DAS GROSSE KLOSTER VATOPAEDI, EIN HANDBUCH FÜR DEN PILGER 5

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4. Das Hauptschiff

Dieses Hauptschiff des Katholikons hat uns all den großar-tigen Glanz des byzantinischen Formen- und Phantasie-reichtums bewahrt: einen herrlichen Fußboden, Säulen aus Porphyr, Wandgemälde (s. Esonarthex) und Mosaike, eine aus Holz geschnitzte und vergoldete Ikonostase, zahllose Lampen aus Gold und Silber sowie silberne Kandelaber.

Die Haupttür zum Hauptschiff aus dem Jahre 1567 ist das Werk des Mönches Laurentius; das Türblatt aus Ebenholz und Silber zeugt mit seinen eindrucksvollen Schmuckmotiven von großem handwerklichem Können.

Der Fußboden mit großartigen vielfarbigen Marmoreinle-gearbeiten stammt aus dem 10. Jh.. Der Überlieferung nach soll der Porphyr der vier mächtigen Säulen, die die zentrale Kuppel tragen, aus Italien gebracht worden sein. Unmittelbar über den Säulen ist im Osten ein zweiteiliges Mosaik der Verkündigung aus der Mitte des 11. Jhs.

Die geschnitzte Ikonostase aus Eichenholz stammt aus dem Jahre 1788; sie ersetzt eine ältere Marmorikonostase, von der nur noch ein kleiner Teil an seinem ursprünglichen Platz erhalten ist. Die großen Ikonen, Werke aus der Zeit der Palaeologen, wurden im Jahre 1857 von Graf Dimitri Nikola-jevitch Seremetiev vergoldet. Vor den beiden östlichen Säulen sind Betstühle mit herrlichen byzantinischen Ikonen, die Panaghia Hodigitria und das Opfers des Abraham darstellend. Der Überlieferung nach stammen diese beiden Ikonen aus der Kirche der Hl. Sofia in Thessaloniki. Die Ikone der Heiligen Peter und Paul, links über dem Thron in der Apsis (1619), ist ein Geschenk des Despoten Andronikos Palaeologos (1421).

Von der zentralen Kuppel herab hängt ein mächtiger sil-berner Kandelaber mit seinen zahllosen Kerzen und Öllam-pen. Er wurde im Jahre 1882 in Wien hergestellt und ersetzt einen älteren Leuchter aus Kupfer, der heute im Esonarthex seinen Platz gefunden hat. Zwei kleinere Kandelaber, im Jah-re 1832 in Moskau angefertigt, wurden von den Bewohnern von Santurin gestiftet.

5. Das Heilige Bema

Im Bema ist eine Reihe bedeutender sakraler Kunstschätze des Klosters zusammengetragen. Der erste Platz gebührt der Ikone der Panaghia Ktitorissa oder Vimatarissa (s.S. 58 und Abb. 1) auf einem Betstuhl aus Marmor im Synthronon* ‘hinter dem Altar. Auf dem Altar selbst, der Ikone gegenüber, stehen das Kreuz Konstantins des Großen und, rechts da-von, der Leuchter aus Silber, den der Hl. Savas, der Sakristan, 70 Jahre lang zusammen mit der Ikone im Brunnen des Klosters versteckt hielt.

Das Bema ist darüber hinaus ausgestattet mit zahlreichen herrlichen Ikonen und mit Weihegeschenken von verschie-denen Persönlichkeiten. Besondere Beachtung verdienen die alten Ikonen der Hodigitria und des Erzengels Gabriel, beide aus dem 14. Jh., die Miniaturikonen von der Hl. Jungfrau und von Christus, und die sog. Ninia (Augäpfel) von Kaiserin Theodora, die von Anna Palaeologina Kantakuzena gestiftet worden sind. Als größter Schatz des Klosters gilt jedoch der Gürtel Unserer Heiligen Jungfrau, der in getrennten Teilen in drei goldenen Schreinen aufbewahrt wird (s.S. 53 und Abb. 26). Weitere Dinge von höchstem Wert lie-gen in zwei anderen Schreinen, im einen ein großes Stück vom Kreuz Christi und im anderen ein Stück des Schilfrohrs, mit dem die Juden Jesus bei der Kreuzigung verhöhnten.

Etwa 200 weitere heilige Reliquien werden in höchst wert-vollen Schreinen aus Silber aufbewahrt. Zu erwähnen sind die Häupter des Hl. Johannes Chrysostomos, des Hl. Grigorios des Theologen, des Hl. Jakob des Persers und des Hl. Merkurius, daneben Bruchstücke der Häupter der Heiligen Sergius, Florus, Pelagia, Theodosia, Arethas, Damian und Theodoras des Kriegers, die Stirnplatte des Apostels Andreas, ein Teil der rechten Hand der Märtyrerin Katharina und des Hl. Stephan, des ersten Märtyrers, außerdem Reliquien der Heiligen Paraskevi, Marina, Artemius, Georg von Dekapo-lis, Prokopius und Tryphon. Vollständig erhalten haben sich die Gebeine des Seligen Evdokimos von Vatopaedi, die im Jahre 1842 bei Restaurierungsarbeiten in der Grabkirche entdeckt wurden. Im Bema liegen außerdem die Häupter der Patriarchen von Konstantinopel, Maximus IV. (1491-1497) und Kyprianus (1707-1714), und das Haupt des Patriarchen von Alexandria, Jerasimus (1884-1891), der im Kloster starb und dort beerdigt wurde.

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