Das Leben und Wirken des ehrw. Seraphim von Sarow (2) (Γερμανικά, German)

hl. seraphim von sarow

Seraphim von Sarow (1)

Ein halbes Jahrhundert lang hat der Starez seine Seelsorge verrichtet, und sieben Jahre hatte ihm der Herr noch gegeben, damit er dem russischen Volk seine segensreichen Erfahrungen noch zukommen lasse und die getreuen Kinder der Christuskirche auf den rechten Weg zur Errettung hinlenke. Der selige Starez war im gottesfürchtigen Volk dafür bekannt, daß ihm der Heilige Geist alle Seine Gaben hatte zuteil werden lassen – er besaß einen prophetischen Geist, vermochte Menschen von ihren Krankheiten zu heilen, die Göttlichen Geheimnisse zu erläutern und anderes mehr. Seine größte Gabe und Tugend war die Demut. Als ihn der Gutsbesitzer M. Manturow eines Tages bat, er möge ihm Genesung bringen, da erwiderte er: «Mein Lieber, wenn du so fest glaubst, so glaube doch auch daran, daß der Allmächtige dich genesen lassen wird, denn Er vermag alles. Ich aber, der ich nur schwach bin, werde für dich beten.»

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Und das Gebet des demutsvollen «schwachen» Starez erwies sich durch Gottes Gnade stärker als das Leiden. Als sich der Mönchspriester Seraphim anschickte, in die Ewigkeit einzugehen, vermachte er, aufrichtig besorgt um die Errettung aller Menschen, allüberall Gottes Wort zu säen: «Säe, Vater Timon, das dir gegebene Weizenkorn überall aus. Säe es auf fruchtbarem Boden, säe es auf Sand, säe es auf Stein, säe es am Wege, säe es im Dorngesträuch. Überall wird es hervorsprießen und Früchte tragen.»

Am Tage vor seinem Dahinscheiden hatte der Starez dreimal die für ihn vorbereitete Begräbnisstätte aufgesucht. Am Abend waren dann aus seiner Zelle Ostergesänge zu hören, und am anderen Morgen – das war am 2. Januar 1833 – fand man den Mönchpriester Seraphim in seiner Zelle tot auf. Er war vor einem Bildnis der Gottesmutter der «Rührung» in kniender Stellung entschlafen. Acht Tage lang war sein Leichnam in der Kirche aufgebahrt, ohne zu verwesen. Beigesetzt wurde der Mönchspriester Seraphim am Altar in der Mariä Entschlafenskirche. Die Kunde von seinem Ableben verbreitete sich rasch. In dem fernen Stadt Woronesh ließ Erzbischof Antoni noch am gleichen Tag für den entschlafenen Mönchspriester Seraphim eine Seelenmesse abhalten. An dem Morgen, da der Starez das Zeitliche segnete, erblickte Filaret, der Abt des Glinsker Einödklosters, ein bekannter Glaubensstreiter, am Himmel ein wunderbares Licht und sagte: «So steigen die Seelen rechtschaffener Menschen zum Himmel hinauf. Das ist die Seele von Vater Seraphim, die da emporsteigt!» Ein paar Tage vor seinem Tode hatte Vater Seraphim zu einem Klosterbruder gesagt: «Mein Lieber, du darfst jetzt nicht trauern, sondern sollst dich freuen. Sollte ich vor Gott kommen, so werde ich vor Seinem Thron niederknien und für euch beten». So ist es auch geschehen, wir glauben es! Der Herr hat die Gebete Seines Dieners Seraphim erhört und über ganz Rußland seine Wohltaten wie die Wasser des Lebenspendenden Osterquells ausgegossen. Vater Seraphim hat im ganzen orthodoxen Volk – zu seinen Lebzeiten und auch nach seinem Tode – für heilig gegolten. Er wußte die Leidtragenden stets zu trösten, hat ihnen für alle Zeiten gute Belehrungen gegeben und ihnen den Weg zur Errettung gewiesen.

Archimandrit Antoni, der das Dreifaltigkeits – Sergij – Kloster beinahe ein halbes Jahrhundert lang geleitet hatte, kannte den Starez Seraphim persönlich. Er hatte bei ihm Beichten abgelegt und auch dessen Segen für sein Dienen als Klosterabt empfangen. Im Januar 1831, damals stand er noch dem Wyssogorsker Einödkloster vor, war er zu Vater Seraphim gekommen, um ihm zu beichten, daß er bereits an den Tod denke. Aber der Starez sagte ihm, daß er sich irre «Gott bat dich dazu ausersehen ein großes Kloster zu leiten». Zwei Monate später ließ der Moskauer Metropolit Filaret aus den dichten Wäldern des Wolgagebietes den noch niemandem bekannten Abt Antoni kommen und vertraute ihm die Leitung des Dreifaltigkeits – Sergij – Klosters an. Metropolit Filaret hat sich selbst wiederholt zu den Belehrungen und Gebeten von Vater Seraphim hingewandt. Er schrieb: «Ich füge mich den Ratschlägen des Starez Paissi (Welitschkowskij) und des Starez Seraphim». Viele Briefe enden bei ihm mit den Worten: «Mögen uns die Gebete des Starez Seraphim helfen». Und nicht nur berühmte geistliche Würdenträger haben dem Glaubensstreiter von Sarow dessen Heiligkeit bescheinigt. Der Obergeistliche einer Kirche von Arsamas, Swetosarski, hatte am 26. April 1873 nach Diwejewo geschrieben, während er einmal schwerkrank daniederlag, sei der Gottesknecht Seraphim zu ihm gekommen und habe ihn mit irgendwelchen wunderbaren Pasteten gespeist. Danach habe er ihm geboten, einen Lobgesang auf die Mutter Gottes anzustimmen, den der Obergeistliche auswendig kannte. Während er dies im Geiste tat, ließ die Krankheit von ihm ab. Derartige Zeugnisse hat es sehr viele gegeben.

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